|
Oberelbe Marathon 2011 - Der Landschaftsmarathon
Schon im letzten Jahr habe ich mit einer Teilnahme geliebäugelt, in diesem Jahr wurde es in die Tat umgesetzt. Vorausgegangen waren 12 Wochen intensive Vorbereitung, mit tw. 80 Wochenkilometer und 10 Läufen über 30 km. Ich fühlte mich in diesem Jahr extrem gut, Bestzeitenangriff!
Zum Geburtstag meiner Schwester wurde noch ein familiäres Betreuerteam zusammengestellt und schon im Voraus die übliche Pension Villa Else in Heidenau für das MA-Wochenende angemietet. Uns gefällt es dort immer gut, moderate Preise mit gutem Service und Super Frühstück.
Leider wurde meine Frau krank, so wurde kurz entschlossen die Mama zum Muttertagsausflug eingeladen.
So reisten wir am Freitag bei herrlichem Wetter zu viert in Dresden an und genossen den restlichen Tag bei einem Spaziergang durch Pirna und einem Bierchen im Biergarten direkt an der Elbe.
Am Samstag suchten wir lange das WTC, ich hatte das von HM vor einigen Jahren anders in Erinnerung, ja man sollte die Ausschreibung genau Lesen ;-)
Am fortgeschrittenen Nachmittag (ja die Suche zum WTC dauerte wirklich 2,5 Stunden…) machten wir uns auf zum nächsten Stadtspaziergang und besuchten einige Sehenswürdigkeiten Dresdens. Am Abend wurde dann die für mich wichtige und obligatorische Thunfischpizza in Pirna gegessen.
Am Sonntagmorgen aßen wir schon um 07:00 Uhr unser Frühstück, die S-Bahn fuhr ja schon um kurz nach acht. Also alle Sachen gepackt und auf zum Bahnhof. Die einfahrende S-Bahn war dann so überfüllt, das nur noch kräftiges und ausdauerndes schieben half, in einer Sardinenbüchse ist nicht mehr Platz… Aber nach einer Station stiegen die Halbmarathonis aus und man hatte genug Platz, und endlich wieder Luft ;-)
Der Dampfer, welcher die Begleitpersonen parallel zur Strecke nach Dresden bringen sollte lag schon an der Anlegestelle bereit.Da dieser vom Wasser aus den Start begleiten sollte, ging meine Begleitung an Bord und ich Richtung Start. Ein paar Meter weiter wurde warmer Tee ausgeschenkt, ich hatte jedoch mein eigenes Getränk mit. An den Toiletten drängelten sich wie üblich die Frauen, ich suchte mir eine ruhige Ecke um noch einmal die Blase zu entleeren. Die Sonne knallte schon mächtig, ich lief in Rennshorts- und Shirt, weniger geht nicht, ich hatte Bammel vor der Wärme. Ich sah dennoch einige Läufer/innen in langen Klamotten, ob das gut geht? Wer heute in lang läuft, wird mehr Getränke brauchen, als ihm lieb ist. Kurze Sachen sind angesagt, Sonnenschutz fast schon obligatorisch.
Ich sehe einige Zeitläufer, von drei Stunden beginnend im 15 -Minuten-Abstand bis 4.30 Stunden. Ich überlegte, ob ich mir einen Pacer anschließe um dann im Rennen mehr Gesellschaft zu haben oder einfach nur mein Rennen zu Laufen…
Der Raddampfer „Stadt Wehlen“ legte unterdessen ab und fuhr stromaufwärts und stoß eine riesige Dampfwolke aus dem Nebelhorn.
Das Starterfeld formierte sich langsam, ich nahm ein Platz im vorderen Drittel ein, sollte ja heute kein Spaziergang werden!
Pünklich um 09:40 erfolgte der Start, ich aktivierte meine Polar und los gehts. Es ist zwar anfangs noch etwas eng im Feld und ein wenig Aufmerksamkeit ist nicht verkehrt, aber ich konnte meine Pace von 05:05 bis 05:10 für die ersten Kilometer gut Laufen.
Die ersten Kilometer führt die Strecke fasst ebenerdig an der Elbe entlang, das Feld zog sich auseinander ab km 2 konnte aber jeder frei Laufen.
Bei km 5 erreichten wir Rathen, wo sich die erste Verpflegungsstelle befand. Faßt alle griefen jetzt bereits eifrig zu, denn in der Sonne war es schon unangenehm warm.
Wir verließen den Ort, der Radweg ging auf- und abwärts, war ich beim Rennsteiglauf? Ich dachte der Lauf ist ebenerdig und immer schön entlang der Elbe, Pustekuchen, er war gar nicht so einfach an jeder Steigung das Tempo zu halten, aber meine Kondition war gut. Von Vorteil war aber der Schatten spendende Laubwald, so könnte es bleiben dachte ich mir. Bei Kilometer 17 verlassen wir den Elberadweg, es geht auf eine Stadtrunde durch Pirna, auf dem Marktplatz wurde mein Name vom Moderator aufgerufen, ein wenig Zwischenmotivation ;-)
Nach Pirna geht es wieder zur Elbe hinunter und die Halbmarathonmarke wurde erreicht. Ich schaute auf meine Polar 1:44, oh etwas zu schnell. Das wird sich hoffentlich nicht rächen.
Bei km 24 erreichten wir unsere Pension, der Wirt saß auf der Terrasse im Biergarten und wurde freundlich gegrüßt, mehr als die Hälfte war geschafft.
Wir liefen ab Pirna aber ständig in der prallen Sonne, an jeder Verpflegungstelle trank ich einen halben Becher Wasser, und je einen goss ich mir über die Arme zur Kühlung.
Im Angebot waren aber wirklich viele Dinge, Wasser, Cola, Iso, Bananen, Äpfel, usw., wir waren alle gut versorgt.
Hinter Heidenau blies uns dann ein straffer Wind entgegen, die Kühlung tat gut, das Laufen wurde aber extrem erschwert. Langsam wurden meine Beine etwas schwerer. Km 30, ich hatte ständig das Gefühl meine Blase entleeren zu müssen und legte eine kleine Pause ein, das tat gut.
Bis km 35 tat ich mich schwer, die Sonne drückte und der Gegenwind demmotivierte, das Tempo wurde langsamer. Ich überholte einen Frankfurter Mitläufer aus Lichtenberg-Pagram, Grüße an Hartmut!
Am blauen Wunder nahm ich eine Cola zu mir, welche mir sehr gut tat, ich konnte wieder etwas schneller Laufen. Dennoch machte mir die Wärme zu schaffen, elend lange Geraden auf den Elbwiesen und die pralle Sonne taten Ihr übriges…
Ich goss mir jetzt zur Kühlung an jeder Verpflegungstelle noch einen Becher Wasser über den Kopf.
Dann passierten wir die Baustelle der Waldschlösschenbrücke und wir konnten das Dredener Zenttrum bereits erkennen. Ein nächster Verpflegungspunkt bot dann sogar frisch gezapftes sächsisches Pils an ich überlegte kurz, ließ es dann aber doch stehen und nahm noch eine Cola.
Noch drei Kilometer, ich beschleunigte noch ein wenig mein Tempo und es ging direkt ins Zentrum der Landeshauptstadt Sachsens. Es wurden langsam auch etwas mehr Zuschauer, speziell an Schloss und in der Nähe zur Semperoper. Ich quälte mich zunehmend, aber der Zielbereich das Heinz Steyer Stadion ist schon in Sicht.
Endlich angekommen wurde ich am Marathontor von meiner Familie in Empfang genommen und die Stadionrunde war dann nur noch ein Genuss welcher nicht steigerungsfähig war. Noch einmal Cheerleader, viele Zuschauer im Stadion, darin dann laute Musik und Moderation. Die Zielzeit zeigte eine 3:42 an, na ja nicht die angestrebte 3:35 aber dennoch Bestzeit und sichtlich zufrieden bei der Hitze. Von Kohli wurde ich dann noch abgelichtet, jedenfalls nachdem er nach Hinweis vom Moderator Rene Kindermann auch den Fotoapparat einschaltete ;-)
Nachdem die Finishermedaille umgehangen wurde, holte ich mir mein verdientes Erdinger Hefe und wir suchten uns ein Plätzchen auf dem Stadionrasen.
Fazit, der Oberelbe Marathon war eine Reise wert. Kein Bestzeitenkurs, aber landschaftlich reizvoll und gut organisiert.
Mein Dank gilt meinen Begleitern, Sanni, Kohli und meiner Mami für die Unterstützung.
Hier einige Bilder vom OEM.
Und hier das Zielvideo:
Dim lights
Keep on running
Karsten
|